027 NegotEmotion Archetypen Teil1

Shownotes

Warum handeln wir manchmal völlig anders, als wir es eigentlich möchten? Warum reagieren Menschen in ähnlichen Situationen so unterschiedlich? Und was hat das mit Führung, Verhandlungen und persönlicher Entwicklung zu tun?

In dieser vierteiligen Podcastreihe tauchen wir in die faszinierende Welt der Archetypen und inneren Antreiber ein. Gemeinsam erkunden wir, welche inneren Persönlichkeitsanteile unser Denken und Handeln prägen, warum bestimmte Verhaltensmuster unter Druck immer wieder auftauchen und wie sie sich auf Führung, Zusammenarbeit, Konflikte und Verhandlungen auswirken.

Dabei verbinden wir Erkenntnisse aus der Persönlichkeitspsychologie, Emotionsforschung und Neurobiologie mit ganz praktischen Erfahrungen aus Unternehmen, Verhandlungen und Coachings.

Diese Reihe ist keine Anleitung, ein anderer Mensch zu werden. Sie ist eine Einladung, sich selbst besser zu verstehen.

Denn wer erkennt, welcher innere Anteil gerade das Steuer übernommen hat, gewinnt etwas Wertvolles: die Freiheit, bewusster zu entscheiden.

Freue dich auf viele praxisnahe Beispiele, Denkanstöße und Impulse für deinen beruflichen und privaten Alltag.

🎧 Viel Freude beim Zuhören!

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Hashtags

NegotEmotion #Archetypen #Persönlichkeitsentwicklung #Emotionen #Selbstführung #Führung #Leadership #Verhandlung #Kommunikation #Coaching #Resilienz #Motivkompass #InnereAntreiber #Psychologie #DirkEilert

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Negotemotion, eine Einzelfolge nachdem wir über den Sommer ein paar Interviews hatten.

00:00:10: Und es wird natürlich auch weiterhin Interviews mit spannenden Persönlichkeiten geben!

00:00:15: Heute geht's allerdings in einem ersten Teil um das große Gebiet Archetypen im Business.

00:00:23: Wer sitzt eigentlich am Steuer?

00:00:27: Dazu begrüße ich euch ganz herzlich In dieser neuen Folge von Nicot Emotion, dem Podcast rund um Verhandlungen, Emotionen, Führung und die Psychologie erfolgreicher Beziehungen.

00:00:39: Ich freue mich sehr, dass du heute wieder dabei bist und heute spreche ich mit dir über ein Thema das mich seit einigen Monaten immer stärker beschäftigt auch in der Beratung – und zwar ein Thema, das mir immer wieder begegnet in Unternehmen, in Verhandlungen, in Coachings und ehrlich gesagt auch bei mir selbst!

00:00:56: Es geht um Archetypen.

00:00:58: Vielleicht hast du dieses Wort schon einmal gehört und vielleicht denkst du jetzt gerade, es ist doch irgendwas auch mit Carl Gustav Jung.

00:01:07: oder vielleicht verbindest du damit Persönlichkeits-Tests wobei wer mich kennt weiß, es gibt für mich keinen Persönlichkeit-Test denn bei einem Test kannst du durchfallen und deine Persönigkeit ist so unik und echt und okay dass du meines Erachtens gar nicht durchfallen kannst.

00:01:25: also Persönlichkeitsfragebögen, um sich besser einschätzen zu können und vor allem ein Reflexionsinstrument zu haben.

00:01:33: Darum geht mir es wenn ich da darüber spreche.

00:01:36: Und vielleicht denkst du sogar das könnte irgendwas Esoterisches sein?

00:01:39: Falls das so ist möchte ich dich gleich zu Beginn beruhigen.

00:01:43: darum soll's heute überhaupt nicht gehen.

00:01:44: Ich möchte heute darüber sprechen welcher Archetyp Du bist genau Du denn ich glaube diese Frage führt bereits in die falsche Richtung.

00:01:53: mich interessiert vielmehr eine andere Frage besser formuliert, welcher Anteil von dir übernimmt eigentlich in bestimmten Situationen des Steuer.

00:02:02: Welcher Antil von dir eigentlich übernibt in bestimmte Situationen das Steuer?

00:02:06: Denn vielleicht kennst du es ja, du erlebst einen Geschäftsführer beispielsweise und er wirkt souverän.

00:02:13: Ruhe, Klarheit!

00:02:16: Er trifft Entscheidungen Menschen orientieren sich an ihm oder ihr Und du denkst, boah, das ist beeindruckend.

00:02:25: Und ein paar Stunden später siehst du denselben Menschen noch einmal und jetzt sitzt er alleine in seinem Büro, der Blick geht aus dem Fenster.

00:02:34: Der Schreibtisch ist voll!

00:02:36: Eine wichtige Mitarbeiterin hat gekündigt.

00:02:38: Ein Kunde hat sich beschwert.

00:02:41: Ein Projektgerät ins Stocken... ...und plötzlich wirkt dieser Mensch ganz anders nachdenklich verunsichert vielleicht sogar erschöpft.

00:02:51: Jetzt könnte man sich fragen wer ist denn jetzt der echte Mensch?

00:02:55: der souveräne Geschäftsführer oder die souveränene Geschäftsführerin, oder der zweifelnde Mensch hinter der geschlossenen Bürotür.

00:03:03: So und ich glaube beide!

00:03:05: Und genau hier beginnt für mich Persönlichkeitsentwicklung nicht bei der Frage wer bin ich sondern bei der frage welcher Teil von mir spricht gerade?

00:03:16: Ich glaub nämlich dass wir Menschen viel zu häufig über Persönlichkeit sprechen als wäre sie was Starres so, als hätte jeder von uns einen einzigen Charakter.

00:03:26: So ein festes Betriebssystem und ich glaube das nicht?

00:03:29: Ich glaub eher Persönlichkeit ähnelt einem Orchester.

00:03:32: also stell dir einfach mal so ein großes Sinfonieorchester vor.

00:03:35: vielleicht hast du es schonmal gesehen entweder live oder im Fernsehen in so'n Filmmusikorchester.

00:03:42: oder ein klassisches Orchester.

00:03:43: Und da gibt's Streicher Da gibt es Blazer.

00:03:46: Ich hab selbst mal Trompete gespielt Da gibts Schlagzeug Klavier.

00:03:50: Also alle Instrumente sind vorhanden, aber die spielen nicht gleichzeitig dieselbe Melodie.

00:03:56: Mal führt die Geige, mal führt das Cello dann übernehmen vielleicht die Hörner, mal die Trompeten, die Pauke und manchmal reicht ein einzelnes Klavier.

00:04:09: Und das Ding ist, das Orchester bleibt dasselbe.

00:04:11: Aber die Musik verändert sich und genau so erleben wir uns Menschen.

00:04:17: Ja, vielleicht bist du morgens als Unternehmer sehr klar mittags als Verhandler kompromisslos und nachmittags als Coach unglaublich empathisch.

00:04:25: Um abends vielleicht in der Familie mit Freunden oder Kindern verspielt Und wenn dein Partner oder deine Partnerin dich kritisiert kommt plötzlich eine Seite zum Vorschein die Du selbst gar nicht besonders magst.

00:04:41: Die spannende Frage lautet also nicht wer bist du sondern warum zeigt sich genau jetzt Genau diese Seite, also Kontext.

00:04:50: Kontext!

00:04:51: Warum zeigt sich genau jetzt?

00:04:52: Genau diese Seite?

00:04:54: Ihr wisst mittlerweile beschäftige mich seit vielen Jahren mit Verhandlungen und Emotionen, Körpersprache, Resilienz oder Führung.

00:05:01: Und wenn ich eins gelernt habe dann folgendes Die meisten Konflikte entstehen nicht deshalb weil Menschen böse sind Oder unfähig oder dumm.

00:05:16: der falsche Anteil von uns das Steuer übernimmt.

00:05:19: Und häufig merken wir es noch nicht einmal, bewusst!

00:05:23: Kennst du Menschen die jeden Konflikt gewinnen müssen?

00:05:26: Kennst Du Menschen die niemals Nein sagen können?

00:05:29: Kennest du Menschen wie unglaublich kreativ sind aber kaum etwas zu Ende bringen oder Menschen die alles perfekt machen wollen bis sie irgendwann völlig erschöpft sind?

00:05:38: Die spannende Frage lautet

00:05:40: Warum?!

00:05:41: Warum reagieren Menschen so unterschiedlich auf dieselbe Situation?

00:05:47: Warum geht der eine in den Angriff, während die andere Person sich zurückzieht?

00:05:52: Warum übernimmt der eine Verantwortung und der andere beginnt plötzlich alles kontrollieren zu wollen.

00:05:59: Also ich glaube dass wir diese Fragen viel besser beantworten können wenn wir zwei Modelle miteinander verbinden – das erste Modell sind Archetypen!

00:06:08: Das zweite Modell kennt ihr schon aus einer meiner allerersten Podcast-Folgen, das sind die inneren Antreiber.

00:06:14: Und genau diese Verbindung ist aus meiner Sicht unglaublich spannend – denn jeder Archetyp besitzt eine enorme Stärke!

00:06:23: Aber jeder Archtyp besetzt auch einen Schatten.

00:06:28: Genau dieser Schatten zeigt sich besonders häufig dann wenn unsere inneren Antreiber das Steuer übernehmen.

00:06:35: So was meine ich damit?

00:06:37: Lass mich dir ein kleines Bild geben.

00:06:39: Stell dir vor, du besitzt acht verschiedene hochwertige Werkzeuge.

00:06:43: Ein Hammer und Schraubendreher eine Säge, ne Zange, ne Bohrmaschine... Und für jede Aufgabe gibt es das passende Werkzeug!

00:06:51: Und jetzt stell dir vor Du benutzt plötzlich für jede Aufgabe nur noch nen Hammer.

00:06:57: Da kennst du vielleicht auch den Satz von Watzlavik.

00:07:00: Hast du nur einen Hammer im Werkzeugkasten ist für dich jedes Problem ein Nagel?

00:07:06: sieht eben auch jedes Problem aus wie ein Nagel.

00:07:09: Und genau das passiert erstaunlich häufig mit unserer Persönlichkeit, Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens bestimmte Strategien und die funktionieren oft sehr gut.

00:07:20: sie bringen Erfolg Anerkennung Status Sicherheit.

00:07:26: Doch irgendwann werden genau diese Strategien zu unserem Gefängnis.

00:07:31: Aus einer Stärke wird eine Gewohnheit Aus einer Gewohnheit wird ein Automatismus.

00:07:37: Und irgendwann reagieren wir gar nicht mehr bewusst, wir reagieren einfach – also fast automatisch!

00:07:46: Interessanterweise beschreibt die moderne Neurobiologie genau diesen Prozess.

00:07:51: Unser Gehirn speichert wiederholt genutzte Denk-, Gefühls- und Handlungsmuster in stabilen neuronalen Netzwerken.

00:08:00: Lernen verändert diese Netzwerke Und genau deshalb können auch eingefahrene Muster wieder verändert werden.

00:08:10: Genau deshalb fasziniert mich dieses Thema so sehr, denn wenn Persönlichkeit gelernt wurde kann Persönlichkeit sich auch weiterentwickeln.

00:08:18: nicht indem wir jemand anders werden das ist Quatsch sondern indem wir wieder mehr Wahlfreiheit gewinnen Flexibilität Elastizität Mehr-Wahl Freiheit Gewinn und genau an diesem Punkt Betreten wir jetzt zusammen die Welt der Archetypen.

00:08:36: Eine Welt, die deutlich älter ist als viele Menschen vermuten und gleichzeitig moderner als sie jemals war.

00:08:47: Deswegen lass uns mal gemeinsam gedanklich verreisen.

00:08:49: Stell dir vor ich erzähle dir nur ein paar Sätze.

00:08:52: Achtung!

00:08:53: Ein junger Mensch verlässt sein Zuhause.

00:08:56: er bekommt einen Auftrag Zweifel zunächst dann begegnet er eine Mentor besteht ein paar Prüfungen, scheitert, wächst und am Ende kehrt er oder sie verändert zurück.

00:09:10: Welche Geschichte hattet ihr gerade im Kopf?

00:09:13: Harry Potter, Luke Skywalker, Frodo, Moses oder Düsseldorf?

00:09:18: Der König der Löwen!

00:09:20: Oder vielleicht dein eigener

00:09:22: Lebensweg?!

00:09:24: Die Antwort lautet alle – genau das fasziniert mich.

00:09:29: Über Kontinente hinweg, über Jahrtausende hinweg erzählen Menschen immer wieder dieselbe Geschichte.

00:09:35: Mit unterschiedlichen Namen, unterschiedliche Orten aber mit denselben Figuren.

00:09:41: und warum?

00:09:43: Naja also zum Beispiel Carl Gustav Jung stellte sich genau diese Frage.

00:09:46: ja er kam zu dem Schluss dass es tief in uns universelle psychische Muster gibt Und die nannte eher Archetypen Ob man seine gesamten Theorie zustimmt oder nicht.

00:09:58: Also eins ist unbestreitbar, bestimmte Rollen und Handlungsmuster tauchen kulturübergreifend immer wieder auf.

00:10:05: Moderne Coaching- und Entwicklungsmodelle greifen diese Idee auf – und nutzen sie als praktische Landkarte für Persönlichkeitsentwicklung!

00:10:14: In meinem Ansatz – und der ist geprägt von meinen Ausbildungen in der Systemik, in NLP aber auch über meine M-Trace-Ausbildung bei Dirk Eilert….

00:10:22: da werden beispielsweise acht archetypische Erscheinungsformen beschrieben die helfen Identitätsentwicklung verständlich und handhabbar zu machen.

00:10:31: Und da fangen wir an kennenzulernen, in der Folge nächste Woche geht es dann weiter.

00:10:37: Denn das ist eine ganze Menge.

00:10:38: aber ich finde man sollte sich auch den Sachen entsprechend widmen und die Zeit geben dass ihr das Ganze auch versteht und was mitnehmt weil das ist mein Ziel euch hier wissen weiterzugeben Erkenntnisse die ihr sofort auch nutzen könnt für eure weitere Reflexion.

00:10:53: so bedeutet aber eben nicht, wenn wir jetzt über die Archetypen sprechen das irgendwo tief in dir ein kleiner König wohnt oder ein kleiner Rebell.

00:11:03: Das wäre mir viel zu einfach!

00:11:05: Ich persönlich sehe Archetypenehr wie Energien.

00:11:08: und wenn ich jetzt im harten Business mit Unternehmern agiere dann kommt direkt die Frage nach dem Blumenkranz in der Mitte, nach Duftkerzen?

00:11:15: Nach Räucherkerzen?

00:11:17: nach Raumspray und Raumdüften und das ist vollkommen eine Blödsinn.

00:11:22: Alleine, wenn ihr euch erinnert es gibt drei unterschiedliche Energiefelder im Rahmen der zwischenmenschlichen Interaktion.

00:11:30: Es gibt das soziale Umfeld, das private Umfeld und das intime Umfeld.

00:11:34: Und da gibt es so einen schönen Test man nähert sich einer Person und stellt fest wie sich obwohl sich am Kontext nicht viel verändert außer die Distanz wie sich die Energie im Raum verändert und die Energie zueinander weil man einfach gewisse Energiefelder oder Grenzen überschreitet.

00:11:49: und dass ist damit gemeint also ein ganz erwachsener Begriff von Energie.

00:11:53: Ich sehe eben Archetypen eher wie Energien oder vielleicht noch besser ja wie innere Rollen.

00:11:59: Jeder von uns kennt sie, jeder von uns nutzt sie.

00:12:04: Mal bewusst?

00:12:06: Mal vollkommen unbewusst!

00:12:08: Wenn ich heute eine schwierige Verhandlung führe, brauche ich ne andere Energie als wenn ich einen Menschencoacher zum Beispiel immer ein Menschen der gerade den geliebten Menschen verloren hat zB.

00:12:19: Wenn ich vor Gericht stehe, brauch' ich ne Andere Präsenz als wenn Ich mit Kitz im Gartenfußball spiel.

00:12:26: Das verrückte ist, ich bin immer derselbe Mensch Und trotzdem bin ich jedes Mal anders.

00:12:32: Nicht unauthentisch, sondern situationsangemessen, Kontext angemessen und genau das halte ich für einen entscheidenden Unterschied.

00:12:42: viele Menschen glauben Authentizität bedeutet immer gleich zu sein.

00:12:46: Ich sehe das anders.

00:12:47: Authentiziert bedeutet für mich immer derselbe Mensch zu bleiben aber flexibel entscheiden zu können welcher Anteil gerade hilfreich ist.

00:12:55: Ein guter Dirigent lässt schließlich auch nicht jedes Instrument gleichzeitig spielen.

00:13:00: Und viele, die mich kennen schon das Bild aber ich erzähle es euch... Ich sehe das so ein bisschen wenn man den Weg zu seiner inneren Quelle gefunden hat Wenn man den weggefunden hat zu seinem inneren Kern Wer bin ich?

00:13:13: Wirklich wirklich!

00:13:14: Wenn ich nur ich bin ganz verletzlich Dann ist das wie eine Art Regisseur-Ich.

00:13:20: So nenne ich das Ich als Regisseure meines Lebens und dieser Regisseurs Mit dem ich sehr klar bin, dass das Drehbuch gut kennt, die Rollen gut kennt und so weiter.

00:13:29: Der Dinge versteht in einem systemischen Zusammenhang.

00:13:33: Der passt auf, dass ich in unterschiedlichen Kontexten Situations angemessen in der richtigen Rolle bin – und das ist dann dennoch authentisch!

00:13:44: Herr Pflicht kennst du Menschen, die immer kämpfen ganz gleich ob es um eine Gehaltserhöhung, eine Urlaubsplanung oder die Farbe vom neuen Firmenlogo geht?

00:13:53: Alles wird zur Schlacht.

00:13:55: Andere wiederum vermeiden jeden Konflikt, selbst wenn sie innerlich längst wissen das was nicht stimmt.

00:14:00: Und wieder andere analysieren alles bis ins kleinste Detail.

00:14:03: Sie erstellen Tabellen pro und Kontra Listen Powerpoint Präsentationen und während sie noch analysieren hat jemand anderes längst entschieden.

00:14:11: Ist einer dieser Menschen falsch?

00:14:13: Nein jeder nutzt lediglich bevorzugt ein bestimmtes Werkzeug.

00:14:18: Das Problem beginnt erst dann wenn wir vergessen dass wir noch sieben weitere Werkzeuge besitzen.

00:14:23: Ich erleb das häufig in Unternehmen.

00:14:25: Ein Geschäftsführer baut ein Unternehmen auf, weil er unglaublich mutig ist.

00:14:29: Er entscheidet schnell und geht riesigen ein, traut sich Dinge vor den anderen zurückschrecken.

00:14:34: Genau dadurch wird das Unternehmen erfolgreich!

00:14:37: Doch irgendwann wächst die Firma.

00:14:39: Jetzt arbeiten dort plötzlich fünfzig Menschen – vielleicht hundert, vielleicht dreihundert!

00:14:45: Und plötzlich funktioniert dieselbe Strategie nicht mehr.

00:14:49: Denn jetzt braucht das Unternehmen nicht nur Mut Jetzt braucht es Struktur, Geduld, Entwicklung, Delegation, Vertrauen.

00:15:01: Aber unser Geschäftsführer macht einfach weiter wie bisher – nicht weil er oder sie nicht intelligent wäre sondern weil genau diese Strategie in bislang erfolgreich gemacht hat!

00:15:14: Unser Gehirn liebt Erfolg und deshalb wiederholt das Verhaltensweisen die irgendwann mal funktioniert haben.

00:15:21: Das ist grundsätzlich sinnvoll, es spart uns Energie.

00:15:24: Es macht Entscheidungen schneller.

00:15:25: aber genau darin liegt auch die Gefahr.

00:15:28: Denn jede Stärke kann irgendwann zur Einbahnstraße werden.

00:15:33: Einsatz begleitet mich schon lange.

00:15:34: vielleicht kennst du den?

00:15:35: Was dich erfolgreich gemacht hat wird dich nicht zwangsläufig erfolgreich halten!

00:15:41: Ich glaube das gilt kaum irgendwo so sehr wie bei Persönlichkeit.

00:15:50: Vielleicht hast du als junge Führungskraft gelernt, immer stark zu sein.

00:15:54: Keine Schwäche zeigen – immer Antworten haben, immer Entscheidungen treffen!

00:15:57: Das funktioniert vielleicht viele Jahre.

00:16:00: Doch irgendwann führt genau diese Stärke dazu, dass dir niemand mehr ehrlich widerspricht.

00:16:07: Mitarbeiter hören auf kritische Gedanken auszusprechen.

00:16:10: Deine Organisation verliert an Lernfähigkeit nicht weil du ein schlechter Chef geworden bist sondern weil eine ehemals hilfreiche Stärke übermächtig geworden ist.

00:16:22: Und genau deshalb finde ich Archetypen so spannend, sie bewerten nichts zu erklären.

00:16:26: Sie sagen nicht du bist falsch!

00:16:28: Sie sagen vielleicht nutzt du gerade nur ein Werkzeug zu häufig?

00:16:34: An dieser Stelle möchte ich einen Gedanken aus meinem Coaching mit dir teilen den ich echt hilfreich finde.

00:16:40: Dort geht es auf der Identitätsebene nicht darum eine Seite von uns loszuwerden.

00:16:46: Ziel ist vielmehr scheinbar gegensätzliche Kräfte zu integrieren und dadurch vollständiger zu werden.

00:16:53: Nicht entweder mutig oder fürsorglich, nicht entweder durchsetzungsstark oder empathisch sondern beides je nach Situation!

00:17:04: Das ist für mich wahre Reife.

00:17:07: Nicht weniger Emotion, nicht mehr Kontrolle, sondern mehr Wahlfreiheit.

00:17:14: Und genau deshalb möchte ich dich zu einer kleinen Übung einladen.

00:17:16: Nicht jetzt sofort, aber vielleicht später.

00:17:18: beim Spaziergang oder heute Abend fragte ich mal in welchen Situationen bin ich besonders überzeugend?

00:17:25: Schreib auch die Antworten auf!

00:17:27: Wenn du so Übungen machst, notiere dir das Ganze weil es hilft echt weiter sich die Dinge zu notieren, noch mal niederzuschreiben dass du auch in einer anderen Situation vielleicht zurückgreifen kannst.

00:17:36: Ich arbeite da sehr häufig mit so einem Büchlein das ich dann meinen Kunden schenke und die gucken dann da rein schreiben da rein und sammeln ihre Gedanken.

00:17:44: also du fragst dich in welchen Situationen bin ich besonders überzeugend?

00:17:47: Und dann frage dich Welcher Anteil von mir übernimmt dort die Führung?

00:17:54: und im Anschluss In welchen situationen reagiere ich immer wieder gleich obwohl ich es eigentlich anders machen möchte.

00:18:02: Allein diese Fragen können unglaublich viel in Bewegung bringen.

00:18:08: Da müssen wir gar nicht miteinander arbeiten und es kann schon Klick machen, denn Veränderungen beginnt selten mit einer neuen Technik – sie beginnt fast immer mit einem neuen Blick auf uns selbst!

00:18:20: Wenn ihr eine der letzten Interviews mit Tom Andreas gehört habt, das war von der Tonqualität nicht so toll.

00:18:26: Aber da war diese Situation.

00:18:28: man schaut sich an wendet den Blick ab und schaut sich noch mal in die Augen und sagt ach jetzt sehe ich dich so frisch wie nie zuvor!

00:18:35: Und das könnt ihr auch mit euch machen... ...mit diesen neuen Blick auf euch selbst.

00:18:40: Ein bisschen können wir noch machen und dann beende ich diesen Teil eins.

00:18:43: und dieser Teil den wir jetzt noch ansprechen Das ist der Beginn in die Archetypenlehre Und wir beginnen mit dem König.

00:18:52: Warum echte Führung gar nichts mit Macht zu tun hat?

00:18:58: So, es ist random!

00:18:58: Wir beginnen mit diesem Archetypen und den kennt wahrscheinlich jeder Unternehmer, jede Unternehmerin, jede Führungskraft, jeder Verhandler.

00:19:07: in irgendeiner Form tragen wir diesen König in uns drin oder die Königin Allein.

00:19:12: dieses Wort löst ja bereits Bilder aus.

00:19:15: Ja?

00:19:15: Der König, die Königen!

00:19:16: Manche denken an einen weisen Herrscher, andere an einen Tyrannen wie der andere an jemanden mit Krone, Schloss und Zepter.

00:19:23: Und vergiss mal diese Bilder für einen Moment Denn wenn ich heute mit dir vom König spreche dann spreche ich nicht von einer Position Ich spreche nicht von einem Titel und ich spreche auch nicht von eine Hierarchie.

00:19:36: Ich möchte dir eine Frage stellen.

00:19:41: Wann hast du das letzte Mal einen Raum betreten und sofort gespürt, dass dort jemand Verantwortung übernimmt?

00:19:47: Nicht laut!

00:19:48: Nicht dominant!

00:19:50: Nicht einschüchternd sondern einfach ruhig klar präsent.

00:19:56: Vielleicht kennst Du solche Menschen.

00:19:58: sie reden oft weniger als andere.

00:20:01: Sie müssen sich nicht ständig beweisen.

00:20:03: Sie brauchen keine große Bühne und trotzdem orientieren sich Menschen an ihnen.

00:20:09: Also mich faszinieren solche Persönlichkeiten, denn ihre Autorität entsteht nicht durch Druck.

00:20:15: Sie entsteht Achtung!

00:20:16: Durch innere Stabilität.

00:20:19: Ich erinnere mich an eine Verhandlung vor einigen Jahren.

00:20:21: Beide Seiten waren angespannt Es ging viel viel Geld und die Emotionen kochten hoch.

00:20:25: Ein Geschäftsführer wurde immer lauter und anderer blieb auffallend ruhig Nicht passiv, nicht unterwürfig einfach nur ruhig.

00:20:33: Er hörte zu Stellte zwei oder drei gute Fragen hat danach das Wesentliche zusammengefasst und plötzlich änderte sich die gesamte Atmosphäre.

00:20:45: Nicht weil er den lautesten Beitrag geleistet hatte, sondern weil er Orientierung geschaffen hatte.

00:20:49: Und das ist für mich – ja?

00:20:52: Die Energie des Königs nicht Macht, sondern Orientierung!

00:20:57: Ich glaube sogar dass wir Führung häufig komplett falsch verstehen.

00:21:00: Viele Menschen glauben eine Führungskraft müsse Antworten haben.

00:21:03: Ich glaub ne gute Führungen muss vor allem Verantwortung übernehmen.

00:21:06: Das ist was völlig anderes.

00:21:08: Verantwortung bedeutet nämlich auch Unsicherheit auszuhalten und ich sag euch nur, das ist echt schwierig.

00:21:15: zugegeben wenn man was noch nicht weiß.

00:21:18: Es ist schon heftig aber dann muss man halt Menschen einbeziehen und trotzdem irgendwann eine Entscheidung treffen.

00:21:26: in den Modellen mit denen ich arbeite wird der König deshalb auch nicht als Herrscher umschrieben sondern als ne Archetypische Kraft Die Ordnung schafft, die Verantwortung übernimmt und Identität stiftet.

00:21:38: Er gehört zu den grundlegenden Entwicklungsenergien, die Menschen situationsabhängig aktivieren können.

00:21:45: Und genau das finde ich spannend!

00:21:46: Der König sorgt dafür dass Menschen sich sicher fühlen – nicht weil alles perfekt läuft sondern weil jemand da ist der Verantwortung übernehmt.

00:21:55: Und jetzt will ich ein Gedanken mit dir teilen, der mich selbst lange beschäftigt hat.

00:21:59: Ich glaube es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Kontrolle und Führung.

00:22:04: Kontrolle entsteht häufig aus Angst.

00:22:07: Führung entsteht aus Vertrauen.

00:22:10: Lass uns das mal praktisch machen, ein Mitarbeiter macht einen Fehler der kontrollierende Chef denkt sofort oh jetzt muss ich alles selbst machen!

00:22:16: Ich muss häufiger nachschauen, ich darf nichts mehr

00:22:19: delegieren.".

00:22:20: Der König denkt anders.

00:22:22: er fragt was hat dazu geführt?

00:22:25: Was können wir daraus lernen und wie entwickeln wird das System weiter?

00:22:30: Merkst du den Unterschied?

00:22:31: beide übernehmen Verantwortung aber der eine übernimmt sie, indem er Menschen kleiner macht?

00:22:36: Der andere in dem er Menschen größer macht.

00:22:39: Ich glaube jeder von uns kennt Führungskräfte die unglaublich fleißig sind.

00:22:43: Sie beantworten jede Mail selbst kontrollieren jede Präsentation lesen jede Vorlage treffen jede Entscheidung und von außen wirken die extrem engagiert aber von innen sind sehr häufig völlig erschöpft.

00:22:53: Warum?

00:22:55: Naja weil sie irgendwann aufgehört haben zu führen!

00:22:58: Sie verwalten nur noch und oft glauben sie sogar das sei ihre Aufgabe.

00:23:02: Dabei ist genau das häufig der Beginn einer gefährlichen Entwicklung.

00:23:06: Denn wenn der Chef alles entscheidet, lernen die Mitarbeiter irgendwann nicht mehr selbst zu entscheiden!

00:23:12: Das Unternehmen wird langsamer, abhängiger, unsicherer.

00:23:16: und irgendwann sagt dieselbe Führungskraft warum übernimmten hier eigentlich niemand Verantwortung?

00:23:21: Naja, die ehrliche Antwort lautet häufig weil niemand Verantwortung übernehmen durfte.

00:23:27: Ich beobachte es übrigens nicht nur in Unternehmen.

00:23:29: ich sehe das auch in Familien In Vereinen in Kanzlein, in Partnerschaften überall dort wo Menschen beginnen Verantwortung mit Kontrolle zu verwechseln.

00:23:38: Und jetzt kommt ein Gedanke den ich persönlich unglaublich wichtig finde der König braucht Demut Denn ohne Demut wird aus dem König ein Tyrann.

00:23:48: Das passiert schleichend.

00:23:50: Am Anfang hört er noch zu später hört er nur noch Antworten die ihm gefallen.

00:23:54: am Anfang freut er sich über Widerspruch später empfindet er ihn als Angriff Am Anfang entwickelt er Menschen später entwickelt er nur noch seine eigenen Ideen und irgendwann merkt er gar nicht mehr, dass er längst aufgehört hat zu führen.

00:24:10: Vielleicht fragst du dich jetzt woher kommt das?

00:24:12: Warum kippt ein eigentlich gesunder König in Kontrolle?

00:24:17: So und genau hier kommen die inneren Antreiber ins Spiel.

00:24:19: vielleicht kennst Du den Satz sei perfekt oder sei stark.

00:24:23: Wenn diese inneren Programme die Führung übernehmen verändert sich auch der König.

00:24:28: plötzlich geht es nicht mehr darum Orientierung zu geben sondern keine Fehler mehr machen zu dürfen.

00:24:32: Plötzlich wird jede Entscheidung existenziell.

00:24:35: Jede Kritik fühlt sich persönlich an, jeder Fehler bedroht das eigene Selbstbild.

00:24:41: und genau dann beginnt Kontrolle nicht weil der Mensch böse geworden ist sondern weil die Angst die Führung übernommen hat.

00:24:49: Das übrigens ein Muster dass gut zu neurobiologischen Erkenntnissen passt.

00:24:54: unter Stress gewinnen emotionale Alarm- und Schutzsysteme an Einfluss während reflektiertes flexibles entscheiden, erschwert wird.

00:25:04: Dann greifen wir bevorzugt auf vertraute Verhaltensmuster zurück – selbst wenn sie in der aktuellen Situation gar nicht mehr hilfreich sind!

00:25:14: Wenn ich heute Unternehmer coache, dann stelle ich deshalb selten zuerst die Frage wie fühlst du?

00:25:19: Ich frag lieber wann fühlen Sie sich wirklich verantwortlich?

00:25:22: und danach woran merken Sie das Verantwortung langsam in Kontrolle umschlägt?

00:25:28: Allein diese Frage war auch woran merken sie, dass Verantwortung langsam in Kontrolle umschlägt.

00:25:34: Verändert häufig das gesamte Gespräch.

00:25:37: Zum Abschluss dieses Abschnitts heute dieser Folge möchte ich dir noch einen Gedanken mitgeben.

00:25:42: Vielleicht ist ein guter König gar nicht der Mensch, der die besten Antworten kennt?

00:25:48: Vielleicht ist es ein gutter König derjenige, der dafür sorgt, Nicht die klügste Person im Raum zu sein, sondern einen Raum zu schaffen in dem anderen Klug sein können.

00:26:05: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:26:06: Wir machen das nächste Mal weiter mit dem Krieger und ich freue mich wenn du das zum Andersnimmens den Podcast vielleicht noch ein zwei mal zu hören weil das hier ist echt purees Wissen und pure Reflexion für dich als ein kleines Geschenk auch wieder in den Einstieg der Einzelfolgen ohne Interview und dabei wünsche ich dir ganz viel Freude und vor allem ganz viel Erfolg.

00:26:26: Danke fürs Zuhören, das macht mich sehr dankbar und auch sehr freudig.

00:26:32: Ciao ciao!

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