029 NegotEmotion Archetypen Teil3

Shownotes

Warum handeln wir manchmal völlig anders, als wir es eigentlich möchten? Warum reagieren Menschen in ähnlichen Situationen so unterschiedlich? Und was hat das mit Führung, Verhandlungen und persönlicher Entwicklung zu tun? In dieser vierteiligen Podcastreihe tauchen wir in die faszinierende Welt der Archetypen und inneren Antreiber ein. Gemeinsam erkunden wir, welche inneren Persönlichkeitsanteile unser Denken und Handeln prägen, warum bestimmte Verhaltensmuster unter Druck immer wieder auftauchen und wie sie sich auf Führung, Zusammenarbeit, Konflikte und Verhandlungen auswirken. Dabei verbinden wir Erkenntnisse aus der Persönlichkeitspsychologie, Emotionsforschung und Neurobiologie mit ganz praktischen Erfahrungen aus Unternehmen, Verhandlungen und Coachings. Diese Reihe ist keine Anleitung, ein anderer Mensch zu werden. Sie ist eine Einladung, sich selbst besser zu verstehen. Denn wer erkennt, welcher innere Anteil gerade das Steuer übernommen hat, gewinnt etwas Wertvolles: die Freiheit, bewusster zu entscheiden. Freue dich auf viele praxisnahe Beispiele, Denkanstöße und Impulse für deinen beruflichen und privaten Alltag. 🎧 Viel Freude beim Zuhören! ⸻ Meine Homepage: https://cwermke.de Du magst mich für dein Unternehmen als Trainer buchen oder im 1:1 für ein Coaching? Nimm gerne Kontakt zu mir über meine Homepage auf.

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NegotEmotion #Archetypen #Persönlichkeitsentwicklung #Emotionen #Selbstführung #Führung #Leadership #Verhandlung #Kommunikation #Coaching #Resilienz #Motivkompass #InnereAntreiber #Psychologie #DirkEilert

Transkript anzeigen

00:00:01: Hi, hi.

00:00:01: Ich freue mich sehr dass du wieder da bist bei meiner langen Reihe die ich hier gestartet habe in Woche drei mit Teil drei zu den Archetypen im Business Mit der Frage wer sitzt da eigentlich am Steuer?

00:00:15: und heute starten wir wie versprochen mit Der liebenden oder dem Liebenden warum Vertrauen der größte Wettbewerbsvorteil ist?

00:00:23: Lass mich damit eine Beobachtung beginnen.

00:00:26: Wenn ich in Unternehmen unterwegs bin und frage, was wünschen sie sich von ihrer Führungskraft?

00:00:32: Dann antwortet fast niemand Sie soll härter sein oder Sie sollen noch mehr kontrollieren.

00:00:38: Oder Sie soll noch mehr Druck machen!

00:00:42: Die Antworten klingen eher anders.

00:00:43: Ich möchte ernst genommen werden.

00:00:45: Ich möchte Vertrauen spüren... ...oder auch ich möchte das Gefühl haben dass man mich sieht.

00:00:51: Und es finde ich faszinierend Denn obwohl wir ständig über Digitalisierung sprechen Über künstliche Intelligenz, über Automatisierung, über Effizienz bleibt der Mensch erstaunlich konstant.

00:01:02: Wir alle möchten gesehen werden!

00:01:05: Wir alle möchte dazugehören!

00:01:08: Wir allen möchten Bedeutung erleben.

00:01:10: und genau hier beginnen wir mit dem Archetypen des Liebenden.

00:01:15: Und nein es geht überhaupt nicht um Romantik.

00:01:19: Es geht um Bindung Um Beziehung Um Verbundenheit um die Fähigkeit Menschen wirklich wahrzunehmen und zwar Menschen, nicht ihre Funktion.

00:01:32: Nicht Ihre Stellenbeschreibung sondern den Menschen.

00:01:36: Vielleicht erinnerst du dich an einen Lehrer der dich nachhaltig geprägt hat oder an einen Chef oder ein Trainer?

00:01:43: Vielleicht auch wissen ich – wer

00:01:44: weiß?!

00:01:45: Vielleicht erinnerst Du Dich gar nicht mehr an jedes fachliche Detail aber vermutlich erinnerlst Du Dicht daran wie Du DICH in seiner Gegenwart gefühlt hast!

00:01:53: Und das ist kein Zufall.

00:01:55: Emotionen sind der Klebstoff unserer Erinnerung.

00:01:59: Menschen vergessen häufig, was wir gesagt haben.

00:02:02: Sie vergessen selten wie sie sich mit uns gefühlt haben.

00:02:06: Ich muss dabei oft an Verhandlungen denken.

00:02:08: Viele glauben verhandlungen sein ein Kampf.

00:02:11: ich glaube die besten Verhandlungen beginnen lange bevor über Zahlen gesprochen wird sie beginnend mit Beziehung Relationship Building und da kennt ihr auch das Podcast Interview mit einem meiner Lehrer mit Gary Nessner vom FBI.

00:02:23: Und sie beginnen mit Beziehung nicht, weil wir nett sein wollen sondern weil Vertrauen Transaktionskosten senkt.

00:02:30: Wenn Vertrauen wächst müssen Menschen weniger kontrollieren, weniger absichern, weniger interpretieren.

00:02:37: Vertrauen macht Zusammenarbeit schneller und paradoxerweise auch wirtschaftlicher.

00:02:42: Es gibt einen Satz der mich seit Jahren begleitet Menschen kaufen selten zuerst Produkte Sie kaufen Vertrauen.

00:02:48: Und ganz ehrlich, das gilt für Anwälte genauso wie für Coaches.

00:02:51: Genauso wie für Ärzte Unternehmer oder auch Führungskräfte.

00:02:55: Das gilt eigentlich für jeden Beruf bei dem Menschen mit Menschen arbeiten.

00:02:58: Ich frag Führungskräfte manchmal Wie viele ihrer Mitarbeiter würden ihnen schlechte Nachrichten sofort erzählen und die Antwort ist häufig ernüchternd Denn viele Unternehmenskulturen belohnen gute Nachrichten und bestrafen schlechte.

00:03:13: Die Folge?

00:03:14: Probleme verschwinden nicht.

00:03:16: Sie verschwinden nur aus der Kommunikation und das ist saugefährlich.

00:03:21: Die Liebende schafft einen Raum, in dem Wahrheit ausgesprochen werden darf.

00:03:26: Das bedeutet übrigens nicht dass jeder machen kann was er will.

00:03:29: Ganz im Gegenteil.

00:03:30: Der liebende ist nicht konfliktscheu.

00:03:32: Achtung wichtig nochmal!

00:03:33: Der liebene ist nicht Konfliktcheu.

00:03:36: Er spricht wichtige schwierige Themen an aber aus einer anderen Haltung heraus.

00:03:42: Haltung, nicht um Recht zu behalten sondern um Beziehung zu erhalten und das ist ein riesiger Unterschied.

00:03:49: Ich erinnere mich an einen Geschäftsführer der mir immer sagte Christian ich verstehe das nicht keiner sagt mir mehr ehrlich seine Meinung.

00:03:55: da habe ich gefragt ja wann hat ihr denn zuletzt mal jemand widersprochen?

00:03:59: Und dann hat er überlegt und gesagt eigentlich schon länger nicht.

00:04:03: Da hab' ich weitergefragt wie reagierst du normalerweise wenn dir jemand widderspricht?

00:04:08: und da war stille im Raum.

00:04:10: Nach einer Weile habe ich die Antwort bekommen.

00:04:13: Wahrscheinlich verteidige ich mich ziemlich schnell, direkt zur Verteidigungshaltung.

00:04:18: Rechtfertigung vielleicht auch manchmal aber vor allem Verteiligungshaltungen und genau dort lag das Schlüssel.

00:04:23: Menschen hatten gelernt dass Ehrlichkeit anstrengend wird also schwiegen sie nicht weil sie loyal waren sondern weil Sie sich schützen wollten.

00:04:32: Und ehrlich diese Frage stelle ich mir als Trainer in der erwachsene Bildung auch manchmal.

00:04:39: Ich arbeite nämlich teilweise mit Provokation, damit die Dinge besser hängen bleiben.

00:04:43: Wenn aber aus idealistischen Gründen du für jede Provokktion abgestraft wirst dann überlegst du ob du das noch tust und ich habe mich dafür entschieden dass weiter zu tun.

00:04:57: und an alle da draußen wenn dich jemand der wenn du reflektierst objektiv betrachtet unterstützen möchte in dem was du tust und arbeitet mit Provokationen, und du fühlst dich dadurch getriggert.

00:05:10: Dann hat das selten was mit dieser Person zu tun, sondern dann kommt einer meiner Lieblingssätze in Seminaren oder Gesprächen – dann gilt herzlichen Glückwunsch!

00:05:20: Du hast ein Coaching-Thema gefunden.

00:05:22: Und da gilt es dran zu bleiben und nicht anderen Leuten die Schuld zu geben für dein schlechtes Gefühl.

00:05:27: Der liebende erinnert uns daran dass psychologische Sicherheit kein Luxus ist.

00:05:31: Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen Verantwortung übernehmen dass sie Fehler zugeben, dass sie neue Ideen äußern.

00:05:39: Dass Innovation überhaupt entstehen kann.

00:05:43: und jetzt kommt... Jetzt kommt die Schattenseite des Liebenden!

00:05:47: Denn jede Stärke besitzt ihren Preis und der Schatten des liebenden heißt Konfliktvermeidung.

00:05:53: Konflikte Vermeidung.

00:05:55: Vielleicht kennst du Menschen, die unglaublich beliebt sind immer freundlich, immer hilfsbereit, immer verständnisvoll Und trotzdem staun sich in ihnen Konflikte über Jahre auf.

00:06:04: und warum?

00:06:04: Weil Sie Angst haben jemanden zu enttäuschen.

00:06:08: Sie sagen ja, obwohl sie nein meinen.

00:06:10: Sie übernehmen Aufgaben für die sie keine Kapazität mehr haben.

00:06:14: Sie hören allen zu nur sich selbst nicht mehr.

00:06:18: und genau hier treffen wir auf einen der stärksten inneren Antreiber überhaupt.

00:06:22: Mach es allen recht!

00:06:24: Ich glaube dieser Antreber hat schon unzählige Führungskräfte erschöpft denn er klingt zunächst wunderschön hilfsbereit empathisch menschlich.

00:06:33: macht's allen recht.

00:06:35: Aber wenn daraus ein Zwang wird, entsteht etwas Gefährliches.

00:06:37: Die eigene Identität beginnt von der Zustimmung anderer abhängig zu werden.

00:06:45: Dann wird jedes Nein zu einer Bedrohung, jede Kritik zu einem persönlichen Angriff und jeder Enttäuschung zu einem Beweis nicht gut genug zu sein.

00:06:54: Einer der Feedbacks bei einer meiner letzten Eskalationen – ich habe nicht so viele Eskalations-, aber das war nach einem Training junge Menschen die gesagt haben, ja der Trainer kennt sich gar nicht aus mit dem was wir da machen.

00:07:05: Allein so eine Aussage, ich bin Verhandlungstrainer und nicht das was die Person jeden Tag macht.

00:07:12: Aber ich kann sehr gut beurteilen ob diese Person gut oder schlecht verhandelt und ob dieser Person sich erlaubt sich zu öffnen oder nicht oder sich vorzubereiten, oder nicht?

00:07:22: Oder zu reflektieren.

00:07:23: Und da könnte ich jetzt sagen... Oh Gott!

00:07:25: Jetzt muss ich noch ein Zusatzstudium machen für das was dieser Kunde macht.

00:07:30: Ich muss jetzt tagelang überlegen, was dieser kunde macht damit ich das verstehe und besser kann als der Kunde.

00:07:36: so einen Quatsch.

00:07:37: Gleichzeitig ist mir Praxistransfer essentiell wichtig.

00:07:41: nur dass steuer ich eben durch Fragen und lass die Menschen sich ihre Antwort selbst geben.

00:07:46: Gott sei Dank glaube ich, dass ich gut genug bin Aber das können eben nicht viele von sich sagen.

00:07:51: Ich erlebe das häufig in Coachings, gerade Menschen die besonders empathisch sind tragen oft eine enorme Last.

00:07:56: sie übernehmen Verantwortung für Gefühle, für die sie gar nicht verantwortlich sind.

00:08:01: Sie möchten dass es allen gut geht und das ist ein echt wunderschöner Wunsch.

00:08:05: Und das ist keine Kritik persönlich an den Leuten.

00:08:08: Es ist halt nur leider unmöglich und deshalb leben diese Menschen häufig In einem permanenten Gefühl nicht genug zu sein.

00:08:16: Der reife liebende erkennt etwas ganz entscheidendes Empathie bedeutet nicht jedem Wunsch nachzugeben.

00:08:22: Empathied bedeutet den Menschen ernst zu nehmen, auch dann wenn man Grenzen setzt – vielleicht sogar gerade dann!

00:08:29: Ich habe mal einen Satz gehört, den ich nie vergessen habe Die ehrlichste Form von Wertschätzung ist manchmal ein klares Nein.

00:08:41: Damals hat mich der Satz irgendwie irritiert und heute glaube ich das unglaublich viel Wahrheit darin steckt denn Grenzen schaffen Orientierung Und Orientierung schafft Sicherheit, auch das ist Liebe.

00:08:50: Ich glaube genau deshalb ergänzen sich König und Liebender so wunderbar!

00:08:54: Der König sorgt für Richtung, der Liebende sorgt for Verbindung... ...der König beantwortet die Frage wohin gehen wir?

00:08:59: Und der Liebene beantwortete die Frage wie gehen wir miteinander?

00:09:04: Erst zusammen entsteht echte Führung.

00:09:07: zum Abschluss des Liebenden eine Frage wieder für dich und für dein Tagebuch dass du vielleicht mittlerweile führst.

00:09:13: Nicht wie freundlich bin ich sondern frage dich fühlen sich Menschen Nach einem Gespräch mit mir größer oder kleiner?

00:09:21: Fühlen sich Menschen nach einem Gesprech mit mir grösser oder kleinere.

00:09:27: Ich glaube, diese eine Frage kann Führung verändern.

00:09:30: Partnerschaften, Familien ganze Unternehmen.

00:09:33: gehen wir einen kleinen Schritt weiter.

00:09:35: Gehen wir zum nächsten Archetypen.

00:09:37: Geben wir zum Hüter der Hüther die Hütering warum Stabilität kein Gegner von Veränderungen ist.

00:09:45: Wir beginnen mal mit einer provokanten Frage.

00:09:47: Warum scheitern so viele erfolgreiche Unternehmen?

00:09:50: Die meisten würden vermutlich antworten, die haben den Markt verschlafen.

00:09:54: sie waren nicht innovativ genug.

00:09:57: Sie haben sich nicht verändert und das stimmt manchmal ja aber längst halt nicht immer.

00:10:03: ich habe in den vergangenen Jahren etwas ganz anderes beobachtet Viele Unternehmen scheitert nicht daran dass sie zu wenig Ideen haben.

00:10:09: sie scheittern daran dass es zu wenig Stabilität besitzen.

00:10:12: gerade letzte Woche wieder beim Unternehmen gewesen, wo das so ist.

00:10:16: Stell dir ein Haus vor!

00:10:17: Der Architekt ist brillant der Innenarchitekt voller Kreativität die Einrichtung wunderschön aber das Fundament besteht aus Sand.

00:10:23: Was glaubst du?

00:10:24: wie lange wird dieses Haus stehen?

00:10:26: Genau nicht besonders lange und genau das ist die Aufgabe des Hüters, der Hüterin.

00:10:32: sie braucht Fundamente Nicht Bühnen!

00:10:34: Der Hüther liebt Ordnung nicht weil ordnung schön aussieht sondern weil Ordnung Sicherheit schafft Die Prozesse, Standards, Qualität, Verlässlichkeit.

00:10:43: Menschen mit einer starken Hüterenergie stellen häufig Fragen wie Wie stellen wir sicher dass das morgen genauso gut funktioniert wie heute?

00:10:51: Oder Was passiert wenn der Schlüsselmitarbeiter plötzlich ausfällt?

00:10:56: oder Haben wir dafür überhaupt irgendein Prozess?

00:11:00: und manche vertrehen dann die Augen.

00:11:01: Und ja ich früher auch und heute nicht mehr.

00:11:05: Ich denke dann oft zum Glück zum glück Sitz dieser Mensch mit am Tisch.

00:11:11: Und da geht ganz viel Liebe grad raus an einen meiner Partner, den Johannes.

00:11:16: Zum Glück sitzt dieser Mensch mitten am Tisch!

00:11:18: Ich erinnere mich an ein Unternehmer, den ich begleitet habe.

00:11:21: Er war ein brillanter Visionär.

00:11:23: Jeden Monat eine neue Idee, neue Produkte, neue Märkte und neue Kooperationen.

00:11:27: Das Unternehmen wuchs rasant und trotzdem wurde die Stimmung immer schlechter.

00:11:30: Warum?

00:11:31: Überhaupt nicht weil die Ideen schlecht waren sondern weil die Organisation nicht mehr hinterherkam.

00:11:37: Die Mitarbeitenden wussten morgens oft nicht mehr, welche Prio heute eigentlich galt.

00:11:41: Es fehlte nicht an Kreativität, es fehlten Orientierung.

00:11:45: Das fehlter Anorientierung.

00:11:46: genau dort brauchten wir den Hüter!

00:11:50: Ich glaube, dass jede Organisation irgendwann einen Wendepunkt erreicht.

00:11:54: Am Anfang braucht sie den Magier – dann den Krieger.

00:11:57: Später den König.

00:11:59: aber ab einer gewissen Größe braucht jedes Unternehmen den Hütter Denn Wachstum erzeugt Komplexität und Komplexkeit, verlangt nach Klarheit nicht nach mehr Chaos.

00:12:10: Der Hüter ist deshalb der Archetyp, der Qualitätsschützt.

00:12:13: Er fragt nicht wie schnell sondern er fragt wie gut.

00:12:16: Er fragt nicht wie viel, sondern wie nachhaltig – und er denkt in Jahren und nicht in Tagen.

00:12:21: Und jetzt kommt was das ich selbst erst relativ spät verstanden habe….

00:12:25: schmerzlich!

00:12:27: Der HÜTER IST NICHT LANGSAM.

00:12:29: Er isst gründlich.

00:12:31: Das ist ein Riesenunterschied.

00:12:33: Gründlichkeit bedeutet, Fehler möglichst früh zu erkennen.

00:12:36: Langsamkeit bedeutet Entscheidungen unnötig herauszuzögern.

00:12:39: Der Jüter möchte gar nicht bremsen Er möchte verhindern dass wir später viel Zeit damit verbringen Fehler wiederzukorrigieren.

00:12:48: Musste daran denken als ich vor einigen Jahren mit einem Produktionsunternehmen gearbeitet habe.

00:12:52: Die Geschäftsführung war überzeugt das Qualitätskontrollen des Wachstums behindert Bis plötzlich die Reklamationen zunahmen.

00:13:00: Kunden sind abgesprungen, Mitarbeiter waren frustriert.

00:13:02: und erst da wurde deutlich Qualität kostet Geld.

00:13:05: Aber schlechte Qualität kosten Vermögen!

00:13:08: Der Hüter erinnert uns daran dass Vertrauen häufig durch Verlässlichkeit entsteht nicht durch große Worte sondern dadurch das Menschen sich auf uns verlassen können Das Zusagen gelten, dass Termine eingehalten werden, dass Qualität reproduzierbar ist.

00:13:21: Und jetzt schauen wir wieder auf die Schattenseite denn auch der Hüther kann kippen.

00:13:24: Genau das erleben wie in vielen Unternehmen.

00:13:26: plötzlich wird aus Stabilität Stilstand.

00:13:30: Aus Qualität, Perfektionismus aus Verlässlichkeit Bürokratie.

00:13:35: Vielleicht kennst du solche Organisationen?

00:13:37: Für jede Kleinigkeit gibt es ein Formular für jede Entscheidung drei Freigaben für jede Veränderung sechs Meetings.

00:13:43: Niemand möchte etwas falsch machen Also macht irgendwann niemand mehr was Neues.

00:13:48: Und genau hier kommen die Antreiber ins Spiel.

00:13:50: Ich glaube der Hüter ist der Archetyp der besonders häufig von vier Antreibern beeinflusst wird nämlich sei perfekt.

00:13:58: Hier entsteht Perfektionismus, nicht Qualität.

00:14:03: Der Unterschied ist enorm!

00:14:04: Qualität fragt ist das gut genug damit der Kunde begeistert ist?

00:14:08: Perfekzionismus fragt gibt es irgendwo noch einen kleinen Fehler?

00:14:12: und während der Perfktionist sucht hat er Wettbewerber bereits ausgeliefert.

00:14:16: Der zweite Antreiber lautet sei gründlich.

00:14:18: Das ist ein wunderbarer Antreiver bis zu dem Moment an dem Gründlichkeit wichtiger wird als Wirksamkeit.

00:14:26: Ich sage in Trainings manchmal, es gibt Menschen die arbeiten acht Stunden an einer Aufgabe, die in einer Stunde vollkommen ausreichend erledigt gewesen wäre.

00:14:34: Nicht weil sie langsam sind sondern weil ihr innerer Maßstab immer weiter steigt.

00:14:40: Dann haben wir noch den Antreiber.

00:14:41: sei vorsichtig.

00:14:42: auch dieser Antreibar hat eine wunderbare Absicht erschützt, er verhindert Leichtsinn und erkennt Risiken.

00:14:48: das Problem beginnt erst wenn aus Risikobewusstsein Risikofermeidung wird denn wer ausschließlich Risiken minimiert verpasst irgendwann Chancen.

00:14:57: Und schließlich der vierte Antreiber wäre sei konsequent.

00:15:02: Konsequenz ist eine großartige Führungsqualität, bis sie sich von ihrem eigentlichen Ziel löst.

00:15:08: Denn Konsequent ohne Kontext wird schnell zu Starheit!

00:15:11: Der Satz – das haben wir schon immer so gemacht – ist vermutlich einer der bekanntesten Sätze eines verletzten Hüters.

00:15:18: Ich glaube genau deshalb braucht der Hüter eben den Magier.

00:15:21: Der Magier fragt warum eigentlich und der Hütter fragt wie sichern wir es?

00:15:25: Erst gemeinsam entsteht nachhaltige Entwicklung.

00:15:28: Innovation ohne Stabilität ist Chaos, Stabilkeit ohne Innovation ist Stillstand – die Kunst besteht darin beides gleichzeitig auszuhalten!

00:15:40: Daher auch hier wieder eine Reflexionsfrage für den Büchlein?

00:15:44: Nicht bin ich ordentlich genug sondern….

00:15:46: Welche Regel schützt heute wirklich Qualität und welche schütze nur noch unsere

00:15:52: Gewohnheit?!

00:15:54: Welche Regel schützt heute wirklich Qualität und welche schützten nur noch unsere Gewohnheit?

00:15:58: Und ich verspreche dir, wenn Führungskräfte diese Frage einmal im Quartal gemeinsam beantworten würden, würden viele Unternehmen beweglicher ohne ihre Stabilität zu verlieren.

00:16:09: Gehen wir noch ein Einer geht noch, einer geht noch!

00:16:13: Der nächste Archetyp ist die Lebenslustige.

00:16:18: Warum Leichtigkeit?

00:16:19: eine unterschätzte Führungsqualität ist?

00:16:23: Zu Beginn, ich erinnere dich an was?

00:16:25: Nicht an deinen Beruf nicht an dein Unternehmen.

00:16:27: Nicht an deine To-do-Liste sondern... ...an den Menschen der du einmal warst.

00:16:34: Erinnerst Du Dich daran wie Du als Kind gespielt hast?

00:16:37: Nicht um besser zu werden!

00:16:39: Nicht um Geld zu verdienen!

00:16:41: Nicht weil es effizient war Sondern einfach weil es Freude gemacht hat.

00:16:46: Wann hast Du eigentlich aufgehört einfach neugierig zu sein?

00:16:50: Wann Hast Du aufgehört Dinge auszuprobieren ohne sofort zu fragen ob sie sich rechnen.

00:16:57: Ich glaube, dass wir Erwachsenen unterwegs etwas verlieren – nicht unsere Intelligenz oder unsere Disziplin sondern unsere Leichtigkeit.

00:17:05: und genau dafür steht der Lebenslustige!

00:17:10: Der Lebensluster ist wahrscheinlich der Archetyp, der am häufigsten unterschätzt wird gerade im Business denn wir verbinden Erfolg häufig mit Ernsthaftigkeit.

00:17:19: Wer erfolgreich ist, muss beschäftigt aussehen.

00:17:22: Wer Verantwortung trägt, muss ständig angespannt werden und wer viel arbeitet darf bloß nicht zuviel lachen.

00:17:28: Kennst du diese unausgesprochenen Gesetze?

00:17:32: Ich glaube es ist Unsinn.

00:17:33: und gleichzeitig lassen wir mal die Kirche im Dorf... fall ich da auch oft genug noch drauf rein!

00:17:38: Ich durfte in den letzten Jahren viele außergewöhnlich erfolgreiche Unternehmer kennenlernen, bin dafür auch super dankbar.

00:17:44: und weißt du was mich überrascht hat?

00:17:45: Die meisten von ihnen konnten lachen.

00:17:47: Nicht über andere sondern über sich selbst und da bin ich auch groß drin mich nicht selbst allzu wichtig zu nehmen.

00:17:54: das ist sehr sehr wichtig dass man über sie selbst lachen kann.

00:17:57: die mussten nicht ständig recht haben die konnten über Fehler sprechen die konnten ironie aushalten und sie konnten neugierig bleiben und ich glaube das kein zufall denn humor braucht Sicherheit.

00:18:08: Wer ständig Angst hat, kann kaum spielerisch sein.

00:18:11: Ich verweise da gerne auch wieder auf das Interview, dass ich mit Michael Krebs geführt habe zum Thema Humor und der ein ganz toller Kabarettist ist.

00:18:38: Einer der Geschäftsführer machte eine kleine Bemerkung.

00:18:40: Und die war nicht zynisch, die waren nicht verletzend, die war einfach selbstironisch und alle haben gelacht.

00:18:46: Vielleicht zehn Sekunden – wer weiß wie lang.

00:18:48: zehn Sekunde sind so eine ganze Menge?

00:18:50: Mehr nicht!

00:18:51: Aber diese zehn Sekunten veränderten die gesamte Atmosphäre.

00:18:53: Plötzlich konnten Menschen wieder denken, nicht nur reagieren.

00:18:58: Ich glaube einfach dass Humor keine Nebensache ist.

00:19:00: Humor ist manchmal Konfliktregulation.

00:19:03: Ja das muss auch noch lernen, nicht jeder wird es hilfreich Aber echtes gemeinsames Lachen erinnert Menschen daran, dass auf der anderen Seite kein Feind sitzt.

00:19:13: Sondern ebenfalls ein Mensch.

00:19:15: Der lebenslustige besitzt noch eine weitere Fähigkeit die wir häufig unterschätzen Er spielt Und spielen ist keineswegs das Gegenteil von Professionalität.

00:19:24: Im Gegenteils Kinder lernen fast alles in dem sie spielen.

00:19:27: Sie probieren aus!

00:19:28: Sie scheitern und stehen wieder auf!

00:19:30: Sie bewerten sich dabei kaum!

00:19:31: Sie experimentieren.

00:19:34: Warum verlieren wir das eigentlich?

00:19:37: Ich frage in Trainings- und Beratungssituationen manchmal, wann haben Sie das letzte Mal etwas ausprobiert ohne sicher zu sein ob es funktioniert?

00:19:44: Und die Antworten sind oft erstaunlich denn viele merken plötzlich wie vorsichtig sie geworden sind.

00:19:50: Wie sehr sie versuchen Fehler zu vermeiden und genau dadurch verlieren sie etwas dass Innovation überhaupt erst möglich macht nämlich Spielfreude.

00:20:00: Ich glaube, dass Kreativität nicht dadurch entsteht das wir kreativer denken wollen.

00:20:04: Sie entsteht wenn wir uns erlauben wieder neugierig zu werden und der lebenslustige fragt deshalb nicht was es richtig sondern er fragt Was wäre noch möglich?

00:20:11: Er bewertet nicht sofort ersammelt, er probiert, er entdeckt.

00:20:15: Und genau deshalb ist dieser Archetyp ein wunderbarer Partner des Magias.

00:20:20: Der Magia entwickelt Visionen!

00:20:22: Der Lebenslustiger gibt ihnen Leichtigkeit.

00:20:25: Und jetzt schauen wir wieder abschließend Zielgerade Auf die Schattenseite.

00:20:29: Denn auch Freude kann kippen!

00:20:32: Vielleicht kennst du Menschen, die ständig neue Impulse brauchen?

00:20:34: Immer Unterhaltung immer Abwechslung immer Action.

00:20:37: Sobald Routine entsteht verlieren sie das Interesse.

00:20:41: Sie beginnen begeistert und verschwinden wenn Ausdauer gefragt ist.

00:20:46: Das ist der verletzte Lebenslustige.

00:20:49: Er jag dem nächsten schönen Gefühl hinterher Nicht weil er oder sie oberflächlich wäre Sondern weil stille für ihn unangenehm geworden ist.

00:20:59: Und genau hier treffen wir auf mehrere Antreiber aus diesem Modell.

00:21:04: Der erste lautet sei Lebensfroh, eigentlich wunderschön!

00:21:07: Doch wenn daraus ein innerer Zwang wird entsteht etwas Merkwürdiges dann glauben Menschen sie müssten immer gut gelaunt sein.

00:21:13: Traurigkeit wird verdrängt Wut darf nicht sein Angst erst recht nicht.

00:21:19: Aber Emotionen verschwinden nicht nur weil wir sie ignorieren.

00:21:21: Sie warten und irgendwann melden sie sich lauter zurück.

00:21:26: Dann kommt der Antreiver sei spontan.

00:21:28: Spontanität ist eine wunderbare Qualität, bis Verbindlichkeit darunter leidet.

00:21:33: Wenn jede neue Idee wichtiger wird als die Zusage von gestern geht Vertrauen verloren?

00:21:40: Weitere Antreiber lautet sei kreativ!

00:21:43: Auch das klingt zunächst ausschließlich positiv.

00:21:46: doch Kreativität ohne Fokus führt häufig zu Zerstreuung.

00:21:50: Man beginnt vieles man beendet wenig man fühlt sich ständig inspiriert aber selten erfüllt Kopf und Körper Und schließlich Weitere Antreiber in diesem Bezug sei anders.

00:22:02: Ich finde diesen Antreber unglaublich spannend, denn Individualität ist wertvoll.

00:22:07: aber wenn Anderssein zum Selbstzweck wird beginnen Menschen sich über ihre Andersartigkeit zu definieren.

00:22:13: sie lehnen Ideen ab nicht weil Sie schlecht sind sondern weil sie von der Mehrheit kommen.

00:22:17: auch das ist keine Freiheit mehr sondern eine neue Form der Abhängigkeit.

00:22:23: ich glaube der reife Lebenslustige hat etwas verstanden dass wir alle immer wieder vergessen Freude ist kein Ergebnis von Erfolg.

00:22:31: Freude sind häufig eine Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.

00:22:35: Menschen, die sich Begeisterung bewahren halten Krisen oft besser aus.

00:22:39: Sie entdecken Möglichkeiten wo andere nur Probleme sehen.

00:22:42: sie geben Energie weiter statt sie nur zu verbrauchen.

00:22:47: Deshalb gebe ich dir auch heute gerne wieder ne Frage mit Nicht wann war ich zuletzt erfolgreich sondern Wann habe ich mich zuletzt ehrlich lebendig gefühlt.

00:22:59: Frag dich das!

00:23:00: Wann habe ich mich zuletzt ehrlich, lebendisch gefühelt?

00:23:04: Zwischen diesen beiden Fragen liegt manchmal ein erstaunlich großer Unterschied und vielleicht lohnt es sich für Dich ihm einmal nachzugehen.

00:23:14: In der Abschlussfolge nächste Woche begegnen wir dem Letzten der Archetypen Und das ist der Rebell und bis dahin freue ich mich sehr wenn du meinen Podcast weiter empfiehlst Wenn du natürlich Wieder einschalte es vielleicht auch ein, zweimal öfter hörst.

00:23:30: Weil das hier ist echt pures Wissen dass ich dir einfach schenken will um dich in deinen Reflexionsprozessen zu unterstützen.

00:23:37: und bis nächste Woche wünsche ich dir alles erdenklich Liebe und freue mich wenn du am Ball bleibst!

00:23:43: Bis dann tschau tschaus.

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